Ohne Zwang

Kapitel 38 "Ohne Zwang"

Sandra stand lange Zeit vor den geöffneten Schränken in ihrem Zimmer, und
streichelte mal da mal dort über die flauschigen Stücke, die da fein
säuberlich aufgereiht waren. Der typische Geruch von Wolle lag im Raum, und
sie erinnerte sich an ihr gemeinsames Schlafzimmer in Seattle, in dem Walter
in dem tiefen Wandschrank nur wenige Regale für seine Sachen benötigte,
während Sandras Stricksachen förmlich aus allen Schränken und Laden quollen.
Trotzdem was es schon Tradition, dass Sandra zum Geburtstag, zu Weihnachten
und vor allem an ihrem Hochzeitstag mit teuren Wollgeschenken überrascht
wurde. Ihr Mann hatte ihr, während sie eng umschlungen zusammen lagen, schon
oft erklärt, welch besonderer Reiz es für ihn war, ihren gertenschlanken
Körper und ihre kleinen aber festen Brüste unter dicken aber zugleich
flauschig weichen Wollschichten zu spüren. Sandra liebte es, von Walter
liebkost zu werden, und auch ihre gemeinsamen Rollenspiele, in der er als
"Master" natürlich die besseren Karten hatte, versorgten die Ehe schon seit
Jahren mit einer erotischen aber leider auch mit einer für sie nicht immer
angenehmen s/m Note.

Vor ihrer Ehe war sie am College gerade mal zur Abschlussfeier im Kleid
erschienen, und sonst waren ihre Levis 501 + ein Rundhalssweater mit dem
Logo der Uni ihre "Uniform" gewesen. Selbst im tiefsten Winter, wenn viele
ihrer Mitschülerinnen mit zwei oder sogar drei warmen Pullovern übereinander
im Hörsaal saßen, hatte sie unter einem einzigen flauschigen Rolli ein
T-Shirt an, um sich in den von Haus aus gut geheizten, und durch die
Körperwärme zumeist schon zu warmen Räumen den Pullover ausziehen und um
die schlanken Hüften binden zu können. Sie erinnerte sich an Studentinnen,
die den Jungs gegenüber zwar theatralisch geklagt hatten "wie heiß es doch
hier drinnen wieder ist", wenn Sandra dann im Kurzarm-T-Shirt trocken
meinte, sie könne doch mal eine ihrer drei Schichten ausziehen, erntete sie
nur giftige Blicke.

Seit ihrer Heirat mit Walter waren die Jeans, die ihr immer noch gut
passten, fast nie mehr zum Einsatz gekommen. Ihr Master liebte sie in
Röcken, und durch ihre 172 bei gerade mal 58 Kilo sah sie in engen, langen
Röcken zugegeben extrem gut aus. Wenn sie nur nicht zu 80% aus Strickware
wären, und mit einem fast obligaten Rollkragenpullover getragen werden
"konnten" Okay, sie hatte nichts gegen Wollsachen, aber Stricksachen
praktisch als "one-and-only" war für sie sehr gewöhnungsbedürftig gewesen.
Früher besaß sie Baumwoll-Leggins und gerade mal zwei Strickstrumpfhosen, um
für ganz kalte Wintertage etwas für unter die Jeans zu haben. Aber
Strickleggins und Wollstrumpfhosen jedweder Stärke und Qualität waren nie
ihr Ding gewesen. Doch Walter hatte ihr schon vor ihre Ehe klar gemacht, wie
er sich SEINE Frau wünscht und vorstellt, und so war sie sehenden Auges in
ihr "Wolldasein" gegangen. (Allerdings aus Liebe, und die macht ja
bekanntlich blind)

"Reiß dich zusammen" versuchte Sandra sich selbst aus den Tagträumen zu
reißen, "jetzt ist erst mal eine Entscheidung nötig, ob es bequem oder
"hübsch" nach Walters Kriterien sein soll. Nach einem letzten Rundblick
entschied sie sich für einen eher dünnen, aber trotzdem flauschigen
Rollkragenbody in dunkelblau, einer Flauschstrumpfhose "kaschmirlike" in der
gleichen Farbe, und darüber ein leichtes Kaschmirkostüm, bestehend aus
einem dunkelblauen wadenlangen Rock, und einer hüftlangen Weste die farblich
von weiß an den Schultern und Ärmeln bis dunkelblau am Saum abgestuft war.
Dazu legte sie eine Perlenkette mit kleinen Süßwasserperlen und
dazupassenden Ohrringe an, und besah das Ganze im Spiegel. "Perfektes
Aussehen einer sittsamen Lady im Nachmittagsoutfit" dachte Sandra bei sich,
und während sie sich ein paar Tupfer Parfüm hinter die Ohren gab, überlegte
sie seufzend "lediglich eine etwas nördlicher gelegene Landschaft, sagen wir
mal Alaska oder so, wäre noch schön, aber man kann schließlich nicht alles
haben".

Während sie beschwingt und fast heiter die Treppe hinunter ins Wohnzimmer
kam, erntete sie einen geradezu giftigen Blick von Danielle, die gerade
dabei war, sich einen Drink zu mixen, und da Sandra ihren Mann noch dazu im
Wohnzimmer - bei voll arbeitender Klimaanlage fand, und sie ihr Outfit also
nicht mal im Garten präsentieren musste, war sie glücklich über ihre Wahl.
Als sie dann noch den anerkennenden Blick ihres Masters auf sich spürte,
während sie sich mit gesenktem Blick zu seinen Füßen niederließ, war ihr
Glücksgefühl so perfekt, dass sie den stechenden Blick von Danielle in ihrem
Rücken mit Leichtigkeit ignorieren konnte. Dieses offensichtliche Glück und
die Art, wie Walter seine Frau betrachtete, ließen Danielle innerlich
kochen, "freu dich nicht zu früh du kleines Miststück", dachte sie, während
sie wütend auf ihr Zimmer stapfte, "du wirst mich schon noch kennen lernen!"