Eine Menge hübscher Pläne

Kapitel 19 “Eine Menge hübscher Pläne”

Danielle war beinahe etwas enttäuscht, wie zügig Sandra mit dem Beseitigen der Fettspuren vorankam. Als sie die Schmiere aufgetragen hatte, war sie überzeugt gewesen, es würde Stunden dauern, und dann immer noch einen Fettfilm geben, den man beanstanden könnte, aber offensichtlich war das Fett durch die Hitze in dem Raum so dünnflüssig, das es mit einer Küchenrolle wesentlich leichter weggewischt werden konnte, als Danielle erwartet und gehofft hatte.

Lediglich der Glaskäfig als solches und natürlich das Outfit mit den zusätzlichen Gewichten schien gelungen, denn Sandras Schweiß schien beinahen waagrecht aus den Poren zu schießen. Natürlich war die Polyacryl-“Wolle” da ebenso “hilfreich” wie die Beschichtung des dicken Jogginganzuges. Danielle rief Walter im Büro an, um zu erfahren, wann er voraussichtlich heim kommen würde, und ob er wie am letzten Abend seine Frau dann zu verwöhnen gedachte. Die Antwort entschädigte Danielle für den verkürzten “Putzaufwand”, denn Walter meinte, er würde erst spät aus dem Werk wegkönnen und hätte daher keinen Einwand gegen eine “Wollnacht”, die Danielle für Sandra geplant hatte. Außerdem erfuhr sie, dass Walter eine “Welcome-Party” für das nächste Wochenende geben wollte, und bekam den Auftrag, am nächsten Tag alles nötige einzukaufen. Genial, dachte Danielle, zuerst lasse ich sie einkaufen gehen, und zwar wirklich “gehen”, und dann überlege ich mir ein hübsches Party-Outfit mit passender Begründung für sie.

Danielle ging in Haus und setzte sich ins kühle Wohnzimmer. Sie überlegte, ob sie für die Party übermorgen die Wärmesalbe oder lieber das homöopathische Mittel gegen Hyperthermie einsetzen sollte. Während sie so in Vorfreude versunken war, fiel ihr Blick auf den großen Kamin an der Wand, und sie dachte bei sich, wie schade es war, dass in so südlichen Gegenden der Kamin immer nur aus einem roten Licht und eine Plastikfolie bestand, mit der man das heimelige Licht eines offenen Feuers imitieren konnte. Das Kamingitter sah sehr stabil aus, und Danielle konnte sich so richtig gut vorstellen, wie es wohl wäre, wenn Sandra hübsch verpackt an diese Gitter gekettet würde, während ein echtes Feuer im Kamin prasselte. Nicht dass Danielle dann im Raum würde sein wollen – die kühle Luft der Klimaanlage war ihr schon wesentlich lieber, aber allein die Vorstellung war durchaus reizvoll. “Obwohl ...”, dachte Danielle, stand auf und betrachtete sich den Kamin genauer. Der ganze Raum war in gediegener Eleganz eingerichtet, mit einer schweren Ledergarnitur, hübschen Teppichen und so weiter, und nichts wirkte billig oder nur als Fassade. Auch wenn es Architekten für diese Breiten kaum für nötig halten würden, einen echten Kamin zu betreiben, sah dieser ausgesprochen echt aus, und wirkte – obwohl das Gitter und die Steine makellos sauber waren – eigentlich gar nicht wie eine Attrappe. Danielle öffnete das Schutzgitter gegen Funken und zog an dem Gestell, auf dem einige Holzscheite zusammen mit der Folie und dem Rotlicht montiert waren. Tatsächlich, dahinter befand sich ein Kamin mit Gitterrost und Abzug, und war, wie es schien, eigentlich voll funktionsfähig.

Danielle lächelte bei dem Gedanken, gleich morgen ein paar Festmeter Buchenholz und Kohle zu bestellen. Das Holz noch nicht gespalten, denn das würde eine hübsche Beschäftigung für Sandra abgeben, wenn sie das Heizmaterial für ihren eigenen Kaminabend würde hacken müssen, natürlich in dem Wissen, wofür es gedacht war. Das Thema “Beschäftigung” war ohnedies noch ein Punkt, über den Danielle nachdenken wollte. Liebend gerne hätte sie Sandra eine Beschäftigung außer Haus beschafft, wo sie in warmer Wollkleidung so richtig gut aufgehoben sein würde, aber ihr fiel nichts passendes ein. Also griff sie erneut zum Telefon, und rief eine ihrer Freundinnen an, die in der Szene als Madame Jaqueline bekannt war, und oft gute Ideen hatte, wenn es darum ging, ihre Kunden zu demütigen oder zu quälen. “So, eine schweißtreibende Beschäftigung in der Öffentlichkeit suchst du” rekapitulierte Madame Jaqueline nachdenklich, als ihr Danielle das Problem geschildert hatte, “ da habe ich vielleicht eine Idee meine Liebe, du kennst doch auch Fred, du weißt schon, der die Sicherheitsfirma hat. Der hat mir unlängst erzählt, dass in einem der Vergnügungsparks die er betreut, einer der armen Schweine, die den ganzen Tag in einem Plüschanzug als Cartoonfigur in der prallen Sonne herumlaufen müssen, beim Klauen erwischt wurde, und als er verhaftet werden sollte, noch im Anzug türmen wollte, leider hat er nach wenigen hundert Meter vor Hitze einen Kreislaufzusammenbruch erlitten, und die Bullen konnten ihn einfach aufwischen, so verschwitzt war der Kerl. Fred hat mir erzählt, das man schon ziemlich knapp bei Kasse sein muss, um diesen Job anzunehmen, und dass ständig Leute gesucht werden, weil diese dicken Fellanzüge mit Helm keiner lang aushält. Die dürfen darunter noch nicht mal fast nackt sein, damit sie das Kostüm nicht total verschwitzen. Sie tun es aber natürlich heimlich trotzdem, aber das hilft bei der Hitze in der Sonne auch nicht viel. Das wäre doch was für deine Kleine, oder nicht. ? Ruf Fred einfach mal an, der kann dir bestimmt einen Termin verschaffen”. Danielle war begeistert und bedankte sich für den guten Tipp.

Nun hatte Danielle schon eine ganze Reihe von Plänen für die nächsten Tage beisammen, und während sie Sandra ins Haus ließ, damit sie das Dinner bereiten konnte, sah sie vor ihrem geistigen Auge schon die vielen hübschen Szenarien, bei denen sie ihren Sadismus gepaart mit Walters Wollfetisch so richtig würde austoben können. Aber nun war es wohl an der Zeit, Sandras Bettchen für heute Nacht zu bereiten.