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Kapitel 42 „Ein neuer Beginn“
Walter hatte Sandra auf schnellstem Weg nach Hause gebracht. Gern hatte er es Steve überlassen, sich um Danielle zu kümmern, denn im Grunde genommen war es ihm jetzt gleichgültig, was genau mit Danielle geschah, solange sie sich von ihm und seiner Frau fernhielt. Sie war im Ruheraum des Clubs schnell wieder zu sich gekommen, und nachdem ihr Walter einen seidenen Kimono besorgt hatte, fühlte sie sich kräftig genug, um auf eigenen Beinen zum Wagen zu gelangen. Die Sonne ging gerade wunderschön über dem Ozean unter, als Walter von der Küstenstraße abbog, und wenige Minuten später waren sie in dem ruhigen Villenviertel, in dem sich das neue Zuhause der beiden befand.
Sandra hatte während der Fahr kaum ein Wort gesprochen, sie hatte nicht mal darauf geachtet, wo ihre Kleidung abgeblieben war. Sie hatte sich den Kimono fest um den Körper gezogen, und die Augen geschlossen gehalten, bis sie bemerkte, dass der Wagen in eine Einfahrt eingebogen war, und zum Stehen kam. Walter war rasch aufgestanden, und half seiner Frau ins Haus. „Möchtest Du etwas zu Trinken haben, mein Schatz?“ fragte Walter besorgt, nachdem er Sandra ins Wohnzimmer geführt, und zum Sofa geleitet hatte. „Gern, am liebsten Mineralwasser, ich bin total ausgetrocknet, ich war … sie hat mich“ „Sch, sch, mein Liebes, nicht reden, es ist vorbei, und ich kann mir auch so vorstellen, was diese Sadistin mit dir angestellt hat. Wichtig ist nur, dass es vorbei ist“ unterbrach sie Walter sanft, und ging dann rasch, um eine Flasche Evian und Zitronensaft zu besorgen, damit seine Frau erst mal den Flüssigkeitsverlust ausgleichen konnte. Gierig trank Sandra den dreiviertel Liter binnen kürzester Zeit aus, und Walter besorgte rasch eine zweite Flasche. Inzwischen begann Sandra, sich über Walters Aussage Gedanken zu machen. Was meinte er mit „es ist vorbei“? Doch sie wagte nicht, ihn danach zu fragen, sondern genoss es einfach, still neben ihm im klimatisiertem Wohnzimmer zu sitzen, und die ungewohnt glatte Seide auf ihrer Haut zu spüren. Den ganzen Abend lang kümmerte sich Walter fürsorglich um seine Frau, und keiner der Beiden kam mehr auf das Thema Danielle oder Wollerziehung zu sprechen. Erst als Sandra meinte, sie würde gern zu Bett gehen, merkte Walter ihren unsicheren Blick, so als wüsste sie nicht, wie oder unter welchen Umständen ihr dies nun gestattet war. Er nahm sie bei der Hand, führte sie nach oben, und während sie noch im Bad war und eine Dusche nahm, schlug Walter ihr Bett auf, und legte ein leichtes Nachthemd mit dünnen Trägerärmeln auf den Polster. Als Sandra kurz darauf aus der Dusche kam, trug sie einen flauschigen Bademantel und sah Walter erneut fragend an. Sie wusste in der Tat nicht mehr genau, wo sie schlafen sollte, geschweige denn in welchem Outfit. Doch als sie ihr Nachthemd auf dem großen Doppelbett in Walters Schlafzimmer liegen sah, wusste sie, dass ihre Welt langsam wieder in die gewohnten Bahnen kommen würde.
Am nächsten Morgen musste Walter früh ins Büro, und da Sandra offensichtlich von den Torturen des vergangenen Tages erschöpft war, lies er sie schlafen, und legte einen Zettel auf die Kommode im Schlafzimmer.
„Guten Morgen, mein Schatz, ich hoffe, Du hast gut geschlafen, und fühlst Dich wieder halbwegs fit. Ich musste schon zeitig ins Büro, werde dafür aber versuchen, gegen 4 p.m. nach Hause zu kommen. Ich möchte, dass Du weist, dass die Zeit mit Danielle und ihren Anweisungen ein für alle Mal erledigt ist. Es gelten daher wieder die Dir seit Jahren bekannten Regeln, und nichts von dem, was diese Sadistin von Dir verlangt hat. D.h. Du bist frei in Deinen Entscheidungen, dem was Du tagsüber tust, ob ins Pool springst oder einkaufen gehst, oder dich einfach nur ausruhst – es liegt ganz bei DIR. Wenn ich heimkomme, schwimmen wir noch rasch ein paar Runden, und dann gehen wir Essen. Da der Partyservice gestern alles gesäubert hat, hast Du auch im Haushalt keine Pflichten, und kannst Dich vollkommen entspannen. Dein Outfit für den Nachmittag ist Dir überlassen, so wie wir es immer gehandhabt haben.
Ich liebe Dich, und kann es kaum erwarten, bis der Tag vorüber ist, Dein Walter“
PS: Ich werde noch heute versuchen, ein richtiges Hausmädchen zu engagieren.
Als Sandra diesen Brief gelesen hatte, ließ sie sich wieder aufs Bett fallen, und begann, mit offenen Augen zu träumen. Sie dachte an die wundervolle Zeit in Seattle und versuchte sich vorzustellen, wie es hier in San Diego sein würde, jetzt, wo dieser Albtraum endlich vorüber war. Zugegeben, es war hier deutlich wärmer, und das machte das Tragen von hochgeschlossener und langärmeliger Wollkleidung, nicht gerade angenehmer, aber sie war – mehr denn je - bereit, auch hier seine diesbezüglichen Wünsche zu erfüllen. Zudem war die Sache mit dem verflixten Karton, den sie in Seattle hatte zurücklassen wollen, für sie noch immer nicht restlos vergessen. Gewiss, gelitten hatte sie dafür in den vergangenen Tagen mehr als für jedes andere Vergehen, das jemals auf diese Art bestraft worden war, der Unterschied war nur, dass bis auf die Anweisungen auf der Reise, alles weitere von dieser Sadistin bestimmt worden war, und, so absurd es selbst in ihren eigenen Ohren klang, sie hatte das Gefühl, von ihrem Mann für diesen Vertrauensbruch noch nicht wirklich bestraft worden zu sein.
Schließlich gönnte sie sich ein Pflegebad, und vertrödelte den Tag mit Lesen, ein wenig aufräumen, einem leichten Lunch und ein paar Runden im Pool. Anfangs kam es ihr fast seltsam vor, ohne irgendeiner Anweisung im Badeanzug am Pool zu sitzen, doch rasch kehrte ihre alte Selbstsicherheit zurück, und sie begann zu überlegen, in welchem Outfit sie sich ihrem Master am Nachmittag wohl präsentieren würde. Denn dass Walter noch immer ihr Master war, und sie versuchen würde, seinen Wünschen und Befehlen zu gehorchen - auch hinsichtlich der Wollkleidung, die er gern an ihr sah – daran hegte Sandra nicht den geringsten Zweifel.
Sie hörte den Wagen in die Einfahrt biegen, prüfte noch ein letztes Mal ihr Outfit und stellte sich in der Halle an die Türe zum Wohnzimmer, um ihren Mann erstmals in der von ihnen gewohnten Weise im Haus zu begrüßen. Walter kam schwungvoll die Stufen hinauf, und trat durch die breite Eingangstüre in das äußerst geräumige Vorzimmer.
Er hatte im Büro mehrmals der Versuchung widerstehen müssen, Sandra anzurufen, denn er wollte das Thema „Anweisungen“ für den Abend bewusst vermeiden. Er hatte ein schlechtes Gewissen, diese verrückt gewordene Domina nicht schon früher durchschaut zu haben, und fühlte sich, als ob er seine Beschützerpflicht gegenüber Sandra verletzt hatte. Einen Schutz, den sie ob der Tatsache, sich ihm vollständig anvertraut zu haben, noch stärker verdiente, als dies bei einer „normalen“ Ehe der Fall sein mochte. So war er bei der Fahrt ausgesprochen unkonzentriert gewesen, versuchte er sich doch vorzustellen, wie Sandra ihn erwarten würde. Wenn auch sie fand, dass er sie gegenüber Danielle im Stich gelassen hatte, dann würde sie wohl ein Baumwollshirt tragen, oder im Badeanzug am Pool liegen, und den Freiraum, den er ihr ja in dem Brief ausdrücklich zurückgegeben hatte, eben ausnützen. Natürlich würde er sich freuen, wenn sie, so wie in Seattle, seinen Wünschen entsprechend gekleidet sein würde, doch er wusste, dass er es auch akzeptieren würde, wenn sie sich gegen ein auch nur leichtes Wolloutfit entschieden haben sollte. Dann läge es an ihm, das Vertrauen seiner Frau zurück zu gewinnen, um so den Anspruch auf ihren Gehorsam stellen zu können.
Er ließ die Türe hinter sich ins Schloss fallen und wollte schon nach seiner Frau rufen, als er die ihm so vertraute Gestalt gegenüber in der weit geöffneten Doppeltüre stehen sah. Seine Augen mussten sich erst an das gedämpfte Licht im Haus gewöhnen, nachdem er die Sonnenbrille schon im gleißenden Licht vor der Treppe abgenommen hatte. Dann sah er sie, erkannte eine ihm so vertraute Geste und sein gespannter Gesichtsausdruck wechselte binnen Sekundenbruchteilen, zuerst in Erstaunen, dann aber machte sich ein strahlendes Lächeln auf seinem Gesicht breit, ein Strahlen, dass zusammen mit Stolz auch in seinen Augen zu finden war, während er auf „seine“ Sandra zuging. Sie hatte ihren Master begrüßt, stumm, nicht mal Blickkontakt suchend. Doch mit dem tiefen und anmutigen Knicks und vor allem mit ihrem Outfit hatte sie mehr als deutlich zum Ausdruck gebracht, dass sie weiterhin bereit war, seine Wünsche zu erfüllen, ja mehr noch, dass sie bereit war, ihrem Master auch in der Hitze von Südkalifornien in ALLEN Belangen zu gehorchen. Ihr kastanienbraunes Haar hatte sie mit einer hübschen Spange am Hinterkopf zusammengebunden, sie trug seit Tagen erstmals wieder Schmuck, und hatte sich dezent geschminkt. So wartete sie mit gesenktem Blick darauf, dass ihr Master sie am Kinn berührte, um sich aus dem tiefen Knicks aufzurichten, und langsam ihren Blick zu heben. Sie trug einen mittelgrauen Dreiteiler. Einen wadenlangen Rock, glatt gestrickt und eng anliegend, einen hüftlangen Rollkragenpullover mit einem hohen, leicht halsfernen, aber sehr flauschigen Kragen, und eine Strickjacke, ebenfalls hüftlang, mit V-Ausschnitt und besonders langen Ärmeln, die man an den Manschetten gut fünfzehn Zentimeter umschlagen musste. Da er das Ensemble kannte, wusste Walter, dass auch der Pullover lange Ärmel hatte, und es sich um eine Mischung aus Lambswool, Angora, und Kaschmirwolle handelte, womit das ganze zu den wärmeren Strickkostümen in ihrem Schrank gehörte. Als Sandra ihr Kinn soweit erhoben hatte, dass er einen weißen, flauschigen Baumwoll-Rolli unter dem grauen Rollkragen erkennen konnte, und mit einem schnelle Blick bemerkt hatte, dass Sandras Beine von zumindest einer flauschigen Wollstrumpfhose bedeckt waren, wusste er, dass sie wieder ganz ihm gehören wollte, und sein Fehler im Zusammenhang mit Danielle nicht zwischen ihnen stand. Ohne ein Wort zu sagen, nahm er sie in den Arm, und küsste sie lang und leidenschaftlich, während seine Hände über die flauschige Wolle ihrer Jacke fuhren. „Zufrieden, …. Sir?“ fragte Sandra leise, als sie sich getrennt hatten. Walter nickte nur stumm, denn er erkannte nicht zuletzt am trotz der Klimaanlage feuchten Haaransatz seiner Frau, dass sie auch hier, in der Hitze San Diegos bereit war, seine „Wollsklavin“ zu sein.
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