Die Party

Kapitel 39 "Die Party"

Walter hob Sandras Kinn, das sie demütig gesenkt hatte, bis er ihr in die
Augen sehen konnte. Was er darin lesen konnte, ließ ihn den ganzen Zorn vom
Abreisetag, den Ärger, nach anstrengenden Arbeitstagen die Spannung zwischen
Danielle und seiner Frau miterleben zu müssen, mit einem Schlag vergessen.
Das war SEINE Sandra, so wie er sie mochte, hübsch - in seinem Sinne -
gekleidet, ohne das die für eine Sommertag zugegeben ungewöhnliche Kleidung
auch nur eine Spur von Ärger oder Missfallen bei ihr hinterließ. Im
Gegenteil, sie schien stolz darauf zu sein, seinen Wünschen entsprochen zu
haben, und als er sie zu sich aufs Sofa zog, schmiegte sie sich eng an ihn,
sodass er ihren warmen Körper durch die Wolle spüren konnte. Einige Minuten
saßen sie schweigend nebeneinander und blickten in den Garten. Während er
mit ihrem Haar spielte fragte Walter, ob sie schon Pläne für die Party
gemacht hatte. "Eigentlich noch nicht, ich wusste nicht .... ich meine, es
sah ja nicht so aus, als ob ich die Entscheidung selbst würde treffen
dürfen. Außerdem kommt drei Stunden der Partyservice, und liefert die
bestellten Sachen. Das Haus ist soweit tipptopp und ich dachte, wir könnte
die Bar auf die Terrasse schieben, und nur die Speisen im klimatisierten
Bereich lassen." "Das überlasse ich ganz Dir, mein Liebes, und zwar nicht
nur die Arrangements für das Büffet, sonder auch Dein Outfit heute Abend".
"Du meinst, wenn ich das mitternachtsblaue ärmellose Kaschmirkleid mit dem
Rollkragen, und dazu die passende Stola trage, ..... genügt das, Sir?" "Ich
denke, das würde ausgezeichnet passen, und .... " "Ja?" " ... und darunter
würden wohl die schwarzen halterlosen Strümpfe mit den Strassverziehrungen,
am besten passen" "Ja, natürlich, und sonst? Ich meine welches "Darunter"
erwartest Du dazu?" "Nun, ich glaube nicht, das es so kalt wird, dass Du ein
"Darunter" benötigen wirst mit Ausnahme deines schwarzen Korsetts natürlich,
durch das das Kleid noch besser zur Geltung kommen wird. Meinst Du nicht
auch?" "Ganz wie Du es befiehlst, Sir" antwortete Sandra, und spürte, zum
ersten Mal, seit sie nach San Diego gekommen waren, jenes erotische
Prickeln, mit dem sie Walter jedes Mal von neuem in Spannung versetzen
konnte

"So, und jetzt ist mir nach einer Abkühlung im Pool, willst du mitkommen?"
"Darf ich denn, Sir" "Wenn ich es dir erlaube, wer sonst sollte es noch
genehmigen müssen, mein Schatz?" "Nun ich dachte, Danielle ....." "Danielle
hat für heute überhaupt nichts mehr zu sagen, sie wird uns nicht einmal die
"Ehre" geben, bei der Party anwesend zu sein, sie schmollt wohl ein wenig.
Und Morgen werden wir die Aufgaben neu verteilen, und damit dürfte ihr
Aufenthalt in diesem Haus wohl beendet sein." Sandras Augen leuchteten. Sie
stellte sich vor, wie glücklich sie hier mit Walter noch sein konnte, sobald
Danielle weg war, und plötzlich kam ihr das von ihrem Mann gewünschte Outfit
geradezu bequem vor, und ihr Unbehagen, es im Süden Kaliforniens tragen zu
müssen, war wie weggeblasen. Danielle hingegen kochte vor Wut. Sie war am
Treppenabsatz stehen geblieben, und hatte die Unterhaltung der beiden
belauscht. "Gut, du Mistkerl, dagegen, dass du mich feuerst kann ich nichts
machen, aber das Miststück kaufe ich mir noch." Während sich Walter und
Sandra am Pool vergnügten und die Vorbereitungen für die Party ihren Lauf
nahmen, packte Danielle ihre Sachen in den Sportwagen, wobei sie aber auch
einige Sachen von Sandra mitgehen ließ. Dinge, die aus Mrs. Wools Lieferung
stammten, sowie aus jener verhängnisvollen Schachtel, mit der alles begann.

Die Party selbst war ein voller Erfolg. Sandra hatte sich tagelang davor
gefürchtet, wie streng verpackt sie bei der Party sein würde, dass sie
geradezu ausgelassen war, und sich fest in ihre Mohairstola schmiegte. Die
anderen weiblichen Gäste waren zwar elegant, doch natürlich sommerlicher
gekleidet, doch passende Jacken oder Schultertücher waren durchaus
vertreten, und so fiel der edle Wollstoff in keiner Weise auf. Im Gegenteil,
Sandra erntete mit ihrem Aussehen, und der durch das Korsett noch betont
guten Figur eine Menge Komplimente, und Walter war zu Recht stolz auf seine
Frau. Danielle hatte inzwischen das Haus verlassen, und auf dem Bett in ihre
Zimmer eine Nachricht hinterlassen.

"Lieber Walter, da die Sache beginnt, langweilig zu werden, und du
offensichtlich nicht der Typ Master bist, den ich erwartet habe, ist eine
weitere Zusammenarbeit für mich uninteressant. Mach später bloß nicht MICH
verantwortlich dafür, wenn deine Kleine niemals zur ordentlichen
Woll-Sklavin wird. Meinen letzten Scheck kannst du an den Club schicken.
Danielle"

Als die Party gegen 2 Uhr früh zu Ende war, war Sandra noch nicht im
geringsten Müde, und als Walter meinte, er würde nach oben gehen, und
erwarte sie dann in ihrem gemeinsamen Schlafzimmer, war sie restlos
zufrieden. "Wenn Du erlaubst, bleibe ich noch ein paar Minuten hier draußen,
und schnuppere die milde Nachtluft" "Okay, aber bleib nicht zu lange, ja?"
Sandra genoss es, sich Gedanken über den nächsten Tag zu machen, ohne der
Angst, was diese Sadistin mit ihr anstellen würde.

Obwohl der Mond den Garten und das Pool ausreichend erhellte, merkte Sandra
nicht, wie sich eine dunkel gekleidete Gestalt von der Garagenseite her
näherte. Plötzlich hatte sie ein dickes, flauschiges Stück Stoff vorm
Gesicht, das sich wie Fleece anfühlte, und seltsam süßlich roch. Da sie auf
der Poolliege kaum Halt fand, war es ihr nicht möglich, sich wirksam zu
wehren, zumal der Angreifer ihr das Tuch so brutal aufs Gesicht drückte,
dass sie kaum noch atmen konnte. Die wenige Luft die sie bekam, war so
reichlich mit Chloroform durchtränkt, dass es nur wenige Augenblicke
dauerte, bis sie aufhörte, mit den Armen und Beinen um sich zu schlagen. In
weniger als drei Minuten waren die Arme und Beine der jungen Frau gefesselt,
eine Ballknebel tief in ihrem Mund gedrückt, und ein schwarzer Sack mit samt
dem chloroformierten Tuch über ihren Kopf gezogen und zugebunden worden. Mit
geübtem Griff nahm der Angreifer sein Opfer auf die Schultern, und verließ
so lautlos, wie er gekommen war, das Anwesen.