Die Nacht

Kapitel 8 “Die Nacht”

Wie erwartet, war Sandra extrem unruhig. Die Schurwolle im Kleid und in den Strümpfen schien von Minute zu Minute kratziger zu werden. Das leicht dunstige, aber noch nicht schweißnasse Klima in den Sachen bewirkte, das die Wolle ein Maximum an Irritation erzeugte, und jede Bewegung die sie bei Tisch machte, schien den Schwerpunkt des Juckreizes an eine neue – noch unzugänglicher Stelle – zu verlagern. Sandra beschränkte sich auf ein leichtes Abendessen und trank, soviel sie konnte. Naturgemäß war sie durch die Unsicherheit, die Unbequemlichkeiten und die vorher nicht gekannte Angst keine gute Gesellschaft bei Tisch, und so gingen sie bald zurück aufs Zimmer.

Dort angekommen durfte sie nochmals ins Bad und musste sich dann für die Nacht einkleiden. Wie sie erwartet hatte, kamen der Catsuit UND das Strafkleid zum Einsatz, und bevor sie die Kapuze des Kleides über den Kopf zog, erkannte sie unter den, am ganzen Bett ausgebreiteten Decken ihren Woll-Schlafsack. Sie besaß mehrere Exemplare, sowohl  eng geschnittene Mumien-Daunenschlafsäcke mit zusätzlichem Polar-Fleece-Futter als auch breiter geschnittene Formen, aus verschiedenen Materialien. Hier glaubte sie einen ihrer Wollschlafsäcke in mittlerer Breite komplett geöffnet unter den Decken zu erkennen.

Als sie die Kapuze aufgesetzt hatte, und so durch den dicken Fleece-Stoff  absolut nichts mehr sehen konnte, musste sie sich auf die Heizdecke in der Mitte des Bettes legen, und ihre Arme seitlich an den Körper pressen. Ihr Master verschloss die D-Ringe an den Handgelenken ihres Kleides mit den Gegenstücken in Hüfthöhe und zog eine im Saum eingearbeitete Kordel fest zusammen. Dann breitete er die zweite Heizdecke über sie und begann die versetzt aufgelegten Decken abwechselnd von links und rechts über ihren Körper zu schlagen. Dabei nahm er auch auf ihren Kopf kaum Rücksicht, und sie musste, um den Druck auf dem verpackten Gesicht zu mindern, den Kopf so weit wie möglich in den Nacken pressen. Als sie leise ein Zipp-Geräusch hörte, und sich ihr Kokon aus Decken gleichzeitig  enger an den Körper presste, hat sie die Bestätigung, dass ihr Mann während ihres Bades beim Transporter gewesen war.

Zum Abschluss setzte er sich an den Rand des Bettes und fragte sie: Ich sehe gerade, dass die Heizdecken die wir bekommen haben, 6 Leistungsstufen haben.

Wie soll ich sie dir den einstellen mein Schatz.” Trotz der vielen Schichten zwischen Ihnen konnte sie  den Sarkasmus in seinen Worten deutlich hören, und ihr war klar, erneut in der Falle zu stecken. Würde sie Stufe “0-2” vorschlagen würde ihn das verärgern, bei “3-4” war sie nicht sicher, wie er reagieren würde, und bei “5” oder gar “6” wusste sie, wie SIE reagieren würde. “Wie du es für richtig hältst, Sir” erschien ihr daher als die beste Antwort. “Ich sehe, du beginnst zu begreifen, und nun gute Nacht” erwiderte ihr Mann, stellte ohne ihr noch etwas zu sagen bei beiden Decken die höchste Stufe ein und machte es sich vor dem Fernseher bequem. Als Sandra nach kurzer Zeit begann unruhig zu werden, aber es doch nicht nochmals – wie im Bad – wagte laut zu werden reduzierte ihr Master die Einstellung auf 2 und nahm sich vor, die Marke der Heizdecke im Gedächtnis zu behalten, vielleicht um dieses leistungsstarke Exemplar zum Geburtstag zu schenken?