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Kapitel 12 “Die Massage”
Sandra erwachte aus einem erstaunlich tiefen Schlaf und war in dem Moment hellwach, in dem ihr der Schmerz ihrer verschnürten Gliedmaßen bewusst wurde. Sie hatte noch niemals eine Nacht in solchen Fesseln verbracht, und spürte, wie verkrampft ihre Muskeln waren. Es schien ihr endlos lange zu dauern, bis Danielle die Türe öffnete ohne Eile eintrat. Sie hatte neben einer neuen Wasserflasche eine große Tube ohne erkennbarer Aufschrift und Gummihandschuhe mitgebracht und begann, die Gurte und Fesseln zu lösen. Schließlich entfaltete sich Sandra aus ihrer schmerzhaften Stellung und stöhnte angesichts ihrer strapazierten Muskel in den Knebel. Danielle beugte sich zu Sandras Kopf und erklärte ihr “Hör mir gut zu, ich werde dir jetzt die Knebel abnehmen und dir zu trinken geben, die Balaclava bleibt aber auf Wunsch deines Masters über deinem Gesicht. Ich darf deine Woll-Erziehung zwar nicht unterbrechen, da er aber schon zum Werk fahren musste, kann ich dich wenigstens massieren, um deine verkrampften Muskel zu entspannen. Es blieb mir gestern abend gar nichts anders übrig, als dich zu fesseln, denn Walter hätte dich sonst womöglich noch strenger bestraft. Ich kann mir vorstellen, wie du dich jetzt fühlst, und die Salbe, mit der ich dich einreiben werde, wird deine Muskeln entspannen. Also trink ein paar Schlucke und dann leg dich möglichst locker auf das Laken, damit ich dir helfen kann”.
Sandra verstand gar nichts mehr. Eigentlich konnte sie ihrer Menschenkenntnis normalerweise trauen, und Danielle hatte sie bestimmt nicht als barmherzige Samariterin eingestuft, andererseits kannte sie die dominante Wirkung ihres Masters, und unbewusst wollte sie auch gerne glauben, in Danielle weniger eine sadistische Erzieherin, als eine Verbündete gefunden zu haben. Daher nahm sie ein paar große Schlucke aus der Flasche, entspannte sich, und ließ es zu, von Danielle beinahe am gesamten Körper mit der Salbe eingerieben zu werden. Als sie fertig war, fühlt sie sich tatsächlich etwas besser, und durfte erst mal ins Bad. Nachdem sie die Toilette benutzt und sich mit viel Zahnpasta den scheußlichen Geschmack des Schaumgummis aus dem Mund vertrieben hatte, kehrte sie in ihr Zimmer zurück. Dort fand sie auf dem Bett einen ansehnlichen Stapel Kleidung. Sofort war ihr kurzfristiges Hochgefühl verschwunden. Sie erkannte einen ihrer Woll-Bodys mit engem Stehkragen, eine dicke schwarze Mohair-Strumpfhose, einen weißen Angorapullover mit flauschigen hohen Rollkragen und einen dunkelgrauen Jogginganzug. Letzterer störte sie besonders, da er außen aus einem glänzenden PVC-ähnlichen Material war, das eher zu einer Regenjacke gepasst hätte, und sein Futter aus flauschigem Fleece-Stoff bestand. Seine enge Kapuze und der Kragen waren ebenfalls mit Fleece gefüttert. Zusätzlich hatte er unangenehm enge Bündchen an den Ärmeln und Hosenbeinen, und auch der Kragen sowie Bund an Jacke und Hose schlossen sich extrem eng um den Körper. Da Danielle das Zimmer schon verlassen hatte, konnte sie nicht mal über die Schichten verhandeln oder hinterfragen, warum sie in Walters Abwesenheit so streng gekleidet sein musste. Also blieb ihr nichts anders übrig, als sich anzuziehen. Als sie fertig war, ging sie in die Küche, wo sie Danielle mit einem Glas Orangensaft vor einem kleinen Fernseher fand. “Kann ich auch ein Glas haben?” – “Wieso quatscht du mich schon wieder ohne Erlaubnis an? Bist du schwer von Begriff oder was? Außerdem beginnen Sätze an mich mit “Madame”, wie oft muss ich dir das noch sagen?” Ohne Vorwarnung drehte Danielle Sandra einen Arm auf den Rücken und drängte sie zurück in ihr Zimmer. Dort nahm sie ein Paar Handschellen aus einem Schrank, fesselt Sandra die Hände am Rücken und setzte ihr die dicke Haube von letzter Nacht wieder auf. “Los, auf die Knie, und kein Mucks, bis ich dir neue Anweisungen gebe.” Inzwischen kannst du ja die Wärmesalbe genießen, eigentlich müsste sie bald wirken, oder spürst du noch nichts?” Danielle hatte recht, Sandras Haut begann sich langsam ohne körperlicher Anstrengung unangenehm warm anzufühlen. So als hätte sie sich über etwas besonders aufgeregt, oder wegen zu scharfer Speisen plötzlich Wallungen. Sie begann die beschichtete Oberbekleidung zu hassen, da sie das Gefühl hatte, ihre Haut würde unter der Wolle immer heißer, und die Wärme würde durch den Jogginganzug an ihrem Körper gestaut.
Und genau das war auch Danielles Plan gewesen. Die Salbe war das stärkste Mittel, dass man ihr in der Apotheke zur Muskelerwärmung empfehlen hatte können, und der alte Mann im Drugstore hatte noch davor gewarnt, die Salbe ja nicht unter warmer oder einengender Kleidung zu verwenden, weil die subjektive Wärmeentwicklung enorm sei. Sie hatte Sandra ja nur eine “Muskelsalbe” versprochen. Das dumme Ding war selbst Schuld, wenn sie nicht hinterfragt hatte, was die Salbe bewirken könne.
Fürsorglich zog Danielle die Kapuze des Jogginganzuges über der geschlossenen Balaclava zurecht, und beschloss, nur scheinbar das Zimmer zu verlassen, um Sandra beobachten zu können. Sie genoss das sichtbare Unbehagen ihres Opfers, dass das Gefühl hatte, langsam in Mitten eines Rings vom glühenden Kohlen zu knien. Zudem hielt sie es für besser, bei tatsächlichen gesundheitlichen Problemen oder aber bei Ausbruchsversuchen in der Nähe zu sein, um helfend oder strafend eingreifen zu können. Also öffnete und schloss Danielle geräuschvoll die Türe, schlich auf dem dichten Teppich zurück zum Bett, und machte es sich mit einer Zeitschrift bequem.
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